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Real Life Spam.
Da ist also das neue Notebook eingetroffen. Neue Mitarbeiter brauchen neue Notebooks. Klaro. Allerdings ist das Notebook erstmal gar nicht erkennbar, weil es über und über mit fiesen Aufklebern verklebt ist: Prozessor inside, Grafikkarte auch, Maus-kompatibel. Aha!
Diese Aufkleber sind extrem stabile Spezialapplikationen, die sich beim geringsten Ablöseversuch in mehrere Schichten teilen. Sie sind absolut resistent gegenüber Fingernägeln und ergeben – mit Alkohol oder Reinigungsmittel vermengt – eine betonartige Substanz.

Nach dem Einschalten setzt sich die Spam-Flut fort: Um zum Betriebssystem vorzudringen muss man zahlreiche DVDs brennen, Trial-Software deinstallieren, downgraden, downloaden, 100-mal neustarten. Es ist unglaublich.
Wieso können neue Notebooks nicht einfach neu sein? Aussen und innen? Wieso muss man “neue Notebooks” erst mit härtesten Reinigungsmitteln und massivem Arbeitseinsatz nutzbar machen? Warum sind neue Autos nicht mit hartnäckigen Aufklebern zugeklebt und mit Trial-Reifen ausgestattet, die erstmal nur 300 Meter fahren? Fragen über Fragen.
Die Straße spielt ein Lied.
Während viele Viralwerber immer noch auf Trashclips a la Mann-fällt-vom-Hochhaus setzen, hat Honda ein wenig länger als die üblichen 10 Minuten nachgedacht und kombiniert auf vortreffliche Weise Kunst und Kommerz zu einer schönen Werbeaktion für den neuen Civic:
Wenn man mit dem Auto gemütlich unterwegs ist und der Straßenbelag wechselt, dann ändert sich auch das Geräusch, das die Reifen beim Rollen über den Asphalt erzeugen. Eine geriffelte Oberfläche klingt anders als eine glatte Oberfläche. Die Idee: sägt viele, viele genau berechneter Riffeln in eine Straße, dann erzeugen die Reifen beim Drüberfahren automatisch ein Lied. Die Overtuere aus Rossinis Wilhelm Tell zum Beispiel.
Im schönen Californien haben die Leute von Honda eine Straße gefunden und die Sache ausprobiert. Guckst Du: die Civic Musical Road:
Beeindruckend, oder? Hier gibt’s noch mehr Filme und Making-ofs.
Bikevertising.
Nike bewirbt seinen “Human Race”: An parkende Fahrräder werden mit Wäscheklammern kleine Pappkarten angebracht. Beim Losfahren macht’s dann “wrrrrrr”. So wie früher, als wir alle noch klein waren

Eigentlich fallen solche Aktionen unter die Rubrik Urban Spam, aber wenn es lustig gemacht ist – so wie hier – dann freut man sich drüber! Wrrrrr! Wrrrr!
Splat-the-Mat!
Sehr lustige Werbekampagne für neuartige Autofußmatten, die leicht zu reinigen sind. Gut gemacht, denn zum einen ist die Website extrem unterhaltsam, zu anderen kommt der Produktnutzen 100% rüber.
Neues Vermarktungskonzept für Bands.
Die britische Band Radiohead setzt auf User generated Prizing.
Das neue Album “In Rainbow” wird ab dem 10. Oktober zunächst nur als Download auf der Website von Radiohead erscheinen und zum Download angeboten. Klingt zunächst nicht außergewöhnlich, doch das Besondere: Radiohead lassen ihre Fans die eigenen Preise machen.

Jeder kann vor dem Download der zehn Tracks nämlich selbst entscheiden, wie viel ihm die Musik wert ist.
Die Platte kann man ab sofort schon vorbestellen.
Dazu muss man einfach den Betrag angeben, den man für den Download zahlen möchte. Dieser wird nach Angabe der Bankdaten von dem Kreditkartenkonto abgebucht. Und für alle diejenigen, die besonders knauserig sind und 0,- Euro angeben, entfällt immerhin eine Kreditkartengebühr.
Ein neues Vermarktungskonzept mit Zukunft?
Radiohead vertraut dabei voll und ganz auf die Ehrlichkeit ihrer Fans – ob das Konzept auch aufgeht, werden wir schon bald sehen.
Wie findet ihr diese neue Art der Vermarktung?
Inkvertising.
In der Reihe “Lustige-Unterbrecherwerbung und Urban-Spam” kommen wir heute zu einem vorläufigen Höhepunkt: PrintCast zahlt einem die Tinte für den heimischen Tintenstrahldrucker, druckt aber alle paar Ausdrucke eine schöne Werbeseite aus und verschönert die restlichen Ausdrucke mit Werbebanners rundrum. Ähm … naja. Mehr Infos dahier.

Bin gespannt, was als nächstes kommt. Vielleicht Bankomatvertising? Wenn man 100 Euro am Geldautomat abhebt, werden in Zukunft keine Bankgebühren mehr berechnet, wenn man – neben den 100 Euro – einen geldscheingroßen Werbeflyer zusätzlich ausgeben lässt (Idee hiermit als Creative Commons veröffentlicht)
H2OMEDIA sucht Volontär/in.
Kurze Unterbrecherwerbung:
H2OMEDIA, die Erfinder von trnd, suchen zur Unterstützung ihrer Projektplanung und Projektkoordination eine/n Volontär/in.
Rahmenbedingungen/Vorraussetzungen:
Dauer: 1 Jahr, spätere Übernahme erwünscht
Bezahlung: klar
Start: asap
Führerschein: ja bitte
Englisch: ja bitte, in Wort und Schrift
Computerkenntnisse: unbedingt, Interneterfahrung, MS Word/Powerpoint/Excel
Teamfähig: sehr
Kommunikativ: sehr
Durchsetzungsfähig: sehr
Jetzt noch teurer.
Derzeit prangt in jedem Schaufenster das Wort SALE … also der Hinweis, dass man die angebotenen Waren nicht nur angucken, sondern – zum günstigen Preis – auch erwerben kann.

Durch die inflationäre Verwendung hat das Wörtchen SALE jedoch bereits stark an Wirkung verloren. Auf der ISPO haben wir das hier entdeckt: ein echter Hingucker!

Leben in Georgien.
Will man als Werbeagenturfuzzi Ansehen gewinnen, dann muss man fleissig englische Bullshit-Floskeln in seinen Wortschatz einbauen. Auch Powerpoint-Präsentationen kommen viel besser, wenn man darin das Mission Statement und die Reason why und überhaupt auch alles Andere in komischem Englisch textet. Dann verstehen die Zuhörer nämlich nicht mehr alles so genau und die fehlende Substanz fällt nicht weiter auf.

Shit in, shit out: auf Bullshit-Humus erbaut entstehen dann Werbeclaims wie “come in and find out” oder “Welcome to the Beck’s experience”. Eine Studie der Kölner Agentur Endmark zeigt jetzt, wie wenig solche Botschaften verstanden werden.
“come in and find out” deuten z.B. viele Leute als “komme rein und finde wieder hinaus“.
“Feel the difference” wird zu “Fühle das Differential”
“Life by Gorgeous” (der aktuelle Claim von Jaguar) wird mit “Leben in Georgien” übersetzt.
Und was bedeutet eigentlich “amazon.de and your done“?
Conclusio: Substanzlose Aussagen gewinnen durch die Übersetzung ins Englische zwar an Unterhaltungswert, aber nicht an Substanz oder Präzision.
Hmm … darf ich sowas überhaupt schreiben, nachdem ich “the real network-dialogue” getextet habe? ;D
Ampelvertising.
Eine Urban-Spam Kampagne der britischen Regierung: an Ampeln in London wurden diese Aufkleber angebracht. Ne nette Idee … fragt sich nur, wieso man keinen Knopf drücken kann, wenn man mit der Regierung nicht so zufrieden ist ;D

