Interview: The Digestives
trndtunes Interview Wochen, dieses mal in umgekehrter Reihenfolge der aktuellen trndtunes 3.1: The Digestives aus Österreich/Australien.

Jacques: Unsere ganze Geschichte zu erzählen fällt schwer. Wir haben schon zahlreiche Namens- (von Merde de Lapin über Kinderpolizei bis hin zu THE DIGESTIVES) und Formationsänderungen (dreimal Bassisten einmal Gitarristenwechsel) in den letzten vier Jahren vollzogen, da den Überblick zu behalten fällt selbst mir als Gründungsmitglied schwer.
Wer sich trotzdem einlesen möchte greift am besten auf folgende Quellen zurück:
http://fm4.orf.at/soundpark/t/thedigestives
http://www.merdedelapin.tk
Malcum: Wir kamen zum Bandnamen sowie der Bandname durch mich kam. Als ich einst in einem verlassenen Waldstück den leiblichen Freuden des Onanierens nachging, bildete sich ein mysteriöses weißes Muster auf dem Baum vor mir. Als ich es versuchte zu enträtseln kam ich zu dem Schluss, dass es sich wie „The Digestives“ las.
Jacques: Unglaublich aber wahr…übrigens als Band haben wir schon viel erlebt und durchlebt. Wir scheiterten monatlich bei Bandcontest bis wir endlich einmal beim Localheroes dieses Jahres das Viertelfinale erreichten. Seitdem ist unser Bekanntheitsgrad stetig am wachsen. Veröffentlichungen haben wir allerdings noch keine, weil wir unser Geld nicht für Studioaufnahmen ausgeben wollten, obwohl wir bereits ein breit gefächertes Repertoire an guter Musik aufweisen können.
Malcum Übsillon – Drums/Mundharmonika
Jacques le Chevillard – Gitarre/Gesang
Chunky Jesus – Gitarre/Keyboard
Mr. Bloody Blister – Bass/Striptease
Markus – Manager/Homepageadmin
Mr.B.B.: Sie ist vom Erleben wie ein totes Huhn, enorme Geschwindigkeit und ein Stromausfall zusammen.
Jacques: So unschuldig wie ein Kindermenü und doch so blutrünstig wie ein tollwütiger Maulwurf, meistens laut und dissonant aber vor allem schwer zu beschreiben und gerade das ist so besonders daran.
Malcum: Wir sind die Antithese zu einem Studioprojekt.
Jacques: Unsere Aufnahmen entstehen ausschließlich in unserem Proberaum/Keller. Außerdem halten wir uns in letzter Zeit öfter auf Österreichs Bühnen auf als im Proberaum wenn man so will. Die nächsten beiden Termine sind im Mai im Großraum Wien.
Markus: Eigentlich wollten wir die Musik ausschließlich mit Copyright veröffentlichen, und alle Personen, die unsere Musik klauen, aufs härteste mit unseren Anwälten verfolgen. Da wir das Geld für die Anwälte nicht hatten, und niemand da war, der Musik klaute, haben wir uns für CC BY-ND entschieden.
Chunky: chronischer Geldmangel ist kein Problem, sondern Inspiration. Nur durch die Abwendung vom Kapitalismus ist freies künstlerisches Schaffen möglich, unbeschmutzt durch den Druck der Öffentlichkeit.
Jacques: Hätten wir CDs würden sich diese sowieso nicht verkaufen, in Zeiten des illegalen Downloads. Wir halten uns derweil mit Prostitution über Wasser.
Chunky: Sollte das Geld irgendwann nicht mehr reichen können wir immer noch unseren Bassisten verkaufen. Da gibt’s eh so viele…
Heimatland der Band: Österreich aka. Australien
Erscheinungsjahr: 2007
Bandhomepage: The Digestives
Label/Netlabel: no
Malcum: Netlabels mit Majors zu vergleichen ist so, wie wenn man tote Hasen mit aufgedrehten Megaphonen bewirft. generell läuft alles aus dem Ruder in die Schiffsschraube. „AHHH…böse, böse Majors, liebe, liebe Indie-Netlabels, ihr seid ja soooooooooo lieb“ Das Notwendige übel nimmt das geringere von hinten, wenn man so will.
Jacques: Ich habe gehört das Körperbehaarung wieder im Trend ist, find ich gut, spart Zeit.
Malcum: HOSENTRÄGER!
Mr. B.B.: Albanischer Sex, das ist mit der Kniekehle. Gerade voll im Trend unbedingt ausprobieren.
Malcum: Anscheinend ist es aber auch wieder im Trend kleine Bands finanziell und ideologisch auszunutzen. Ein erster Schritt gegen diese musikalische Prostitution ist seine Musik kostenlos im Internet zu verstreuen.
Jacques: musikalische Großartigkeiten gepaart mit…
Mr. B.B.: Ameisenbären!
Jacques: „Wir sind wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was man kriegt.“ In diesem darf man gespannt sein.
Mr.B.B.: Die rezente Sublimierungsvarianz liefert konkrete Abstraktionen einer überaus reluktanten Säkularisierung affiner Reduktionsmechanismen unabhängig etwaiger adverbieller Transportationen oder semipermeabler Aphorismen.
Wir danken!
