Interview: Psychedelicate

Nun Band Nummer drei unserer aktuellen trndtunes 3.0: Psychedelicate aus Österreich.

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Bitte erzählt mal kurz die Band-History. Wie kam es zu der Band? Wie zum Bandnamen? Was hat die Band bisher erlebt/veröffentlicht/etc.?

Wien, 1965: Jimmy Juvenile, Paul Primus, Randy Rancid und Marv Marvelous treffen sich zu unregelmäßigen Proben irgendwo in einem Lagerraum in Wien. Zufällig stoßen Sir Murdock Moriarty und Charmin’ Valory hinzu, die gerade ihren letzten Zug nach Clarksville verpasst haben, womit die Besetzung für eine feste Band gefunden ist. Lange Zeit hört man nichts von ihnen. Das ist kein Wunder, denn 1965 sind Proberäume noch nicht gut geheizt und die Winter noch richtige Winter. Kurzum: Psychedelicate fallen in eine Froststarre, aus der sie im heißen Sommer 2006 wieder erwachen.
Von dem Schock erholt, sucht man sich schnell ein neues Stammlokal, um einen Bandnamen zu finden. Mehrere Stunden und doppelt so viele Bier später ist man noch zu keinem Ergebnis gekommen. Psychedelisch soll es sein und angenehme Empfindungen in den Gehörgängen auslösen – Psychedelicate!
Fortan verbreitet die Band eine Mischung aus rohem Garagenrock und psychedelischem Beat, die meist in schweißtreibenden Konzerten kulminiert.

Psychedelicate sind:
Charmin’ Valory – Vocals
Jimmy Juvenile – Guitar, Vocals
Marv Marvelous – Guitar
Randy „King“ Rancid – Bass Guitar
Paul Primus – Organ & Keyboards
Sir Murdock Moriarty – Drums
Wie würdet Ihr Eure Musik beschreiben? Was ist das Besondere daran?

Psychedelicate-Songs sind direkt, energetisch und sollen Spaß machen ohne plump zu sein.
Die Musik ist am Gestern orientiert ohne altmodisch zu sein.
Obwohl es klare Vorbilder aus den 60ies gibt, hat die Band einen eigenständigen Sound entwickelt der Einflüsse wie Garagerock, Indie-Pop, Psychedelia, Surf-Rock, Blues und Proto-Punk zu einem brodelnden Ganzen vermengt.
Oder ganz einfach ausgedrückt: psychded-up!

Seid Ihr ein Studioprojekt, oder kann man Euch auch mal live sehen? Wenn live: wo und wann gibts Gigs?

Obwohl das Basteln an Aufnahmen und Songs großen Spaß macht, entfalten wir uns wohl am besten auf der Bühne.
Als nächstes steht unsere große EP-Release Party im ‚Bach’ in Wien an. Für die Sommermonate sind ein paar Club- und Festival-Gigs in Österreich geplant.
Eigentlich würden wir noch viel öfter live spielen wollen als es derzeit zeitlich möglich ist.

Wie seid Ihr darauf gekommen Eure Musik unter Creative Commons zu veröffentlichen?

Ganz ehrlich gesagt war uns das als Wiedererwachte aus den Mitt-Sechzigern überhaupt kein Begriff, bis auf einmal eine Anfrage per elektronischer Post zu uns gelangte. Natürlich freut man sich immer über Interesse von anderen, sodass wir nicht lange überlegen mussten…

Creative Commons ist eine feine Sache, aber zum Geld verdienen für Bands nicht geeignet. Wie löst Ihr dieses Problem? Gibts CDs von Euch, die man kaufen kann?

Quasi pressfrisch auf dem Tisch ist jetzt unsere selbstproduzierte EP „Shake-A-Delic“, die man bei unseren nächsten Konzerten erwerben kann. Eventuell später auch über das Netz.
Ein gutes Konzert wirft finanziell schon manchmal etwas ab, aber in erster Linie steht bei uns der Spaß am Spielen im Vordergrund. Finanziell leben lässt sich von der Band derzeit sicherlich nicht.

Band besteht seit: 2005
Heimatland der Band: Österreich
Erscheinungsjahr: 2008
Bandhomepage: Psychedelicate & MySpace
Label/Netlabel: no
Welche Bedeutung haben die grossen Plattenfirmen im Zeitalter des Internet? Braucht man die überhaupt noch? Ist ein Netlabel besser? Was ist beim Netlabel besser?

Netlabel ermöglichen gewiss eine viel direktere Kommunikation mit Fans und Musikinteressierten. Zugang und Verbreitung eigener Tracks ist schnell und unkompliziert. Ein großes Plattenlabel kann vielleicht in finanzieller Hinsicht mehr für Künstler einbringen – je nach Vertrag – oder auch eine weiter umfassende Unterstützung bei Vermarktung und Werbung. An sich bewegen wir uns allerdings (leider) auf eine Musiklandschaft zu, in der Konsumenten immer weniger am Album als einem Gesamtprodukt oder auch Kunstwerk interessiert sind, sondern eher einzelne, beliebte Tracks runterladen. Dies ist sicher ein Effekt durch das Netz, dem man aber auch nur besser durch die Vermarktung über das Netz folgen kann. Außerdem bietet das Netz auch viel mehr Kontrolle über die eigene Musik für den Künstler.

trnd beschäftigt sich mit trends – ein Trend sind natürlich Netlabels und Musik unter Creative Commons. Was sind für Euch weitere wichtige Trends?

Die Eigenpräsentation und auch Vermarktung über Plattformen à la MySpace hat zu einem großen Boom geführt. Auch die Vernetzung von Bands untereinander funktioniert durch das Netz ganz anders.

Was kann man in nächster Zeit von Euch erwarten? Wie sieht die Zukunft aus?

Wir hoffen auf viele tolle Konzerte, auch außerhalb Österreichs und zu gegebener Zeit neue Studio-Aufnahmen, denn man kann sich ja nur verbessern. Ansonsten lassen wir uns gerne überraschen.

Wollt Ihr den trnd-Lesern sonst noch etwas mitteilen?

Hier sind noch einige schöne sinnlose Wörter, die unserer Meinung nach in den deutschen Sprachgebrauch aufgenommen werden sollten: Schnunz, Prink, Kubbel, Hompf, Bloink und Sackeule.

Vielen Dank für das Interview :D

Wir danken!

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