Auf Abgespeist.de gemeinsam Werbelügen entlarven.
Parallel zur Buchveröffentlichung von “Abgespeist” hat foodwatch die neue Internetseite abgespeist.de gestartet.
Das Motto der Site “Denn Etiketten lügen wie gedruckt” verrät bereits, dass es hier um die alltägliche und leider legale Irreführung im Supermarkt geht. Anhand konkreter Produkte zeigt foodwatch, wie Verbraucher beim Einkauf belogen und betrogen werden und überprüft vermeintlich gesunde Inhaltsstoffe und unverständliche Packungsaufschriften. In dem abgespeist-Blog diskutiert das foodwatch-Team über einzelne Produkte und fordert die Unternehmen und natürlich die Verbraucher zum Dialog auf.
Wem selbst eine Werbelügen aufgefallen ist, hat sogar die Möglichkeit das Produkt für eine genaue Untersuchung vorzuschlagen.
Für alle die noch nicht die Umfrage zum Mini-Projekt mit foodwatch gemacht haben, einfach in Eurem Mitgliederbereich unter der Rubrik Umfrage schauen.


von LittleAnnie
Super, genau das braucht man auch als Verbraucher. Endlich mal kann man sich mal richtig informieren und es werden auch mal Namen genannt. Finde ich wirklich gut!
von Wolfsgeist
Beeindruckendes Material. Als Verbraucher spürt man regelrecht, wie dem Kunden die Augen geöffnet werden durch diese Informationen. Durch das wirklichen Nenne der Mängel und Verantwortlichen endlich mal kein herumschwänzeln um Werbelügen mehr!
von Chrissy17
Das finde ich einfach nur supertoll. Besonders klasse finde ich, dass man als Verbraucher auch mal die Möglichkeit hat, Mißstände aufzuzählen, die dann auch ernst genommen werden.
Ich habe da sogar ein gutes Beispiel: Vor Jahren, als mein Sohn an Neurodermitis erkrankte, verkaufte Haribo Gummibärchen, wo auf der Verpackung stand: Frei von Farbstoffen. Und auf Farbstoffe reagierte mein Sohn besonders heftig. Ich war also froh, endlich mal etwas Süßes gefunden zu haben, was er essen durfte. Irgendwann berichtete mir dann eine Bekannte, dass aber in den roten und gelben Gummibärchen trotzdem ein Farbstoff enthalten sei, da man die Farbe mit natürlichen Produkten niemals so hell-leuchtend hinbekommen könnte. Also schrieb ich einen Brief an HARIBO mit der Bitte um Information, weil es ja um mein Kind ging.
Eine Antwort habe ich nie erhalten, was aus meiner Sicht bedeutete, dass Farbstoffe enthalten sind, sie es jedoch niemals schriftlich einem Kunden in die Hände geben würden.
Und mit einem “NEIN” als Antwort hätten sie gelogen. Also sagt man gar nichts und zieht sich aus der Affaire. Damals hatte ich keine Ahnung, an wen ich mich wenden sollte, heute werde ich dieses Thema mal an abgespeist weiterleiten. Mal sehen, wie der Stand der Dinge heute ist - 10 Jahre später.
von Kasimir1802
Klasse Seite und tolle Umsetzung, doch was wirklich neues wird da nicht geboten !
Jeder der lesen kann und vor allem auch denken kann sich aus den Lebensmitteln selber zusammenreimen was da wohl drin ist und was daran wohl nicht gut sein könnte. Sämtliche E Nummern kann man sich im Internet oder der Apotheke erläutern lassen und das den Zuckergehalt zBsp. selber nachrechnen. Das die Seite von der Initiative FoodWatch heraus gegeben wird, wundert mich weniger.
Das die Seite nur dazu dient den Verbraucher zu verunsichern und gleichzeitig das Buch zu verkaufen sollte wohl jedem klar sein. In den Zeiten von “BIO” und “FAIRTRADE” will halt jeder so gut er kann auf diese Welle mitschwimmen, und sein GEld verdienen.
Fazit: Für Leute die noch nie auf ihre Ernährung geachtet haben hat diese Seite sicherlich einen “AHA-Effekt” ! Für alle anderen ist sie absolut nutzlos und sinnfrei, aber von der technischen Umsetzung toll gemacht!
von ZeroHero241
Tolle Seite, ist natürlich noch im Aufbau. Lässt aber auf noch besseres Hoffen! DIe Prise schwarzer Humor gefällt mir besonders! xD
von Djinni
Es geht mir so unglaublich auf den Zeiger, dass Herr Bode die deutsche Lebensmittelindustrie pauschal mit einer derartigen Vehemenz schlechtmacht. Es kann doch nicht sein, dass er die Leuten glauben machen will, dass dieser komplette Wirtschaftszweig(in der immerhin in Deutschland 500.000 Menschen beschäftigt sind) nur von Lügnern und Verbrechern beherrscht wird. Ich finde das eine absolute Unverschämtheit!
Denkt auch einmal jemand darüber nach, dass wir uns in Deutschland in der absolut luxuriösen Lage befinden, jederzeit ein extrem großes Angebot an Nahrungsmitteln zu haben, die allesamt sicher/hygienisch einwandfrei und noch dazu von sehr hoher Qualität sind, und dass das nicht zuletzt der Verdienst der Lebensmittelindustrie mit ihren auch im internationalen Vergleich extrem hohen Standards ist?
Abgesehen davon stimme ich Kasimir1982 zu, dass, wer lesen kann, klar im Vorteil ist. Ein bisschen gesunder Menschenverstand hilft im Übrigen auch weiter, denn dass ich meinen täglichen Caciumbedarf nicht unbedingt mit Kinderschokolade decken sollte, sollte eigentlich jedem klar sein.
Außerdem finde ich die “abgespeist”-Website in höchstem Maße polemisch, denn dass Langnese “neue Verzehranlässe” für Eis sucht und Ferrero den Markennamen “kinder” (der mit viel Geld aufgebaut wurde) bestmöglich zu schützen versucht sind schlichtweg marktwirtschaftliche Notwendigkeiten für Unternehmen, die nicht im Kommunismus wirtschaften.
Natürlich versuchen die Unternehmen der Lebensmittelindustrie (wie jedes andere Unternehmen auch), möglichst viel Gewinn zu machen und möglichst viel zu verkaufen. Wer das verwerflich findet, sollte wie gesagt einmal Nordkorea als zukünftigen Wohnort in Betracht ziehen. Oder anfangen, selbstständig zu denken und diesen (schmerzhaften) Prozess nicht der Industrie zu überlassen. So ist das nunmal in einer Marktwirtschaft: es wird nur angeboten, was auch nachgefragt wird, deshalb hat jeder einzelne die Macht, mit den Füßen abzustimmen.
von Purzel1970
@Djinni - wenn Du das nächste Mal einen Erdbeerjoghurt ist, dann stell Dir doch einfach mal vor, wie Du einen Berg Sägespäne isst… Hmmm, lecker. Also, ich will so einen Dreck nicht essen! Außerdem muß ich Dir in Bezug auf die Mechanismen in der Marktwirtschaft zum Teil widersprechen: niemand hat bspw. Bionade nachgefragt, es wurde erfunden, für gut befunden und auf den Markt gebracht. Das “Gesetz” dahinter nennt man “… jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage…”
Ich glaube, wenn es ab sofort saubere Nahrungsmittel gäbe, dieses auch nachgefragt würde. Man muss sich vielleicht einfach nur an höhere Preise gewöhnen, das ist beim Sprit genauso. Erst ist es eine Katastrophe, wenn ein Liter Benzin 1,30 Euro kostet und ist man erst bei 1,40 Euro und dann fällt der Preis auf 1,35 Euro denkt man auf einmal “Wie billig!” - genauso könnte es mit dem Essen sein. Wenn’s nicht reicht, dann kann man an anderer Stelle sparen, bspw. Alkohol, Zigaretten, Fleisch, Auto etc.
Aber okay, ich drifte ab. Für mich ist die Nahrungsmittelindustrie schon lange nicht mehr vertrauenswürdig.
von .rob
@Djinni: es geht ja nicht drum, irgendwas schlechtzumachen. Eigentlich geht es nur drum, dass jeder selbst entscheiden sollte, was er gerne essen möchte. Und um diese Entscheidung zu treffen muss man halt wissen, was drin ist im Essen.
von Djinni
@Purzel 1970: Das mit dem Erdbeeraroma aus Sägespänen ist eine Zeitungsente, s. hier: http://www.zeit.de/2005/26/Stimmts_26
Es stimmt allerdings, dass Aromen u.U. aus Stoffen hergestellt werden, die mit dem nach dem sie schmecken, nicht unbedingt etwas zu tun haben. Wenn ich nur 29 Cent für einen Erdbeerjoghurt zahlen will, dann muss ich damit leben und schaden tut es mir auch nicht, zumal bei natürlichen Aromen der Ausgangsstoff zwingenderweise ein natürlicher Rohstoff ist, aus dem das Aroma extrahiert wird. Ich finde das nicht schlimm, aber ich könnte es auch umgehen, indem ich demeter-Joghurt für 99 Cent (oder so) kaufe.
Bionade ist ein Paradebeispiel für eine sehr erfolgreiche Produktneueinführung, allerdings ist das beileibe nicht die Regel. Die Floprate bei Produktneueinführungen gerade in der Lebensmittelbranche ist sehr hoch – neue Produkte, für die es keine „schlummernde“ Nachfrage gibt, verschwinden innerhalb kürzester Zeit sang- und klanglos wieder aus den Regalen. Davon, dass sich jedes Produkt seine Nachfrage schafft, kann also keine Rede sein.
Das mit den höheren Preisen ist auch so eine Sache: ich habe vor ein paar Wochen in der Lebensmittelzeitung über eine hochinteressante Studie aus England gelesen. Leider habe ich die genauen Zahlen vergessen, aber Fazit war, dass die überwältigende Mehrheit der Leute bei einer Befragung angab, auf jeden Fall ethisch korrekt produzierte Lebensmittel kaufen zu wollen, der tatsächliche Marktanteil dieser Produkte (lag so bei 3% oder so) diese Aussagen aber überhaupt nicht widerspiegelte. Das Ergebnis ist sicher auch auf andere Bereiche und Länder übertragbar und ich merke das ja auch an mir selber manchmal: Man nimmt sich vor, nur noch Bio zu kaufen, wenn dann aber Bio und konventionelle Produkte nebeneinander im Regal liegen und das eine viel teurer ist als das andere, ohne dass man wirklich einen Unterschied feststellen kann, greift man eben doch schnell mal wieder zum Billigprodukt, auch wenn man eigentlich anderer Überzeugung ist.
@.rob: Da gebe ich Dir recht – so schlecht, wie es hier dargestellt ist, ist die Deklaration der Lebensmittel aber nicht. Man muss sich eben ein bisschen mit dem Thema beschäftigen, dann weiß man auch, was drin ist. Abgesehen davon ist auch nicht jede „E-Nummer“ sofort pauschal zu verteufeln. Ich hab z.B. keine Ahnung (hab ich an anderer Stelle schon mal kundgetan, glaube ich), was an Citronensäure so schlimm sein soll, die in jedem frischen (Bio-)Obst natürlicherweise vorkommt.
Was mich aufregt, ist die Polemik, die Herr Bode betreibt. Wenn er z.B. behauptet, fehlerhafte Autos würden zurückgerufen, fehlerhafte Lebensmittel aber nicht, so ist das eine glatte Lüge. Jedes sich in Deutschland auf dem Markt befindliche Lebensmittel ist sicher. Sollte durch dies durch einen Produktionsfehler einmal nicht gewährleistet sein, wird die Ware sehr wohl zurückgerufen (man denke an den großen Storck-Rückruf vor einigen Jahren oder den vorsorglichen Rückruf von Coppenrath&Wiese, der sich im Nachhinein als völlig unbegründet herausstellte).
Meines Erachtens geht es sehr wohl darum, etwas schlechtzumachen und ein wenig Panik zu verbreiten, um den Verkauf des Buches zu fördern. Na ja, es ist dem Herrn Bode ja auch zu gönnen, damit er sich ein seinem fortgeschrittenen Alter nicht mehr an Bahngleise ketten oder Ölplattformen retten muss…
von Purzel1970
@Djinni…
Um einen Punkt herauszugreifen:
Ich beziehe mich auf “die Zeitungsente” und zitiere:
“Woraus das Erdbeeraroma nun wirklich besteht, sagt uns der Hersteller nicht.”
Da will ich ehrlich gesagt nicht wissen, aus was Erdbeeraroma hergestellt wird, wenn die Hersteller das nicht sagen.
Mal ehrlich, hat ein ethisch korrekt handelndes Unternehmen es nötig, das zu verschweigen???
von LittleAnnie
Was ist denn hier los?! Naja jeder sollte seine eigene Meinung haben und ich finde Aufklärung sehr wichtig, da viele Leute ja leider nicht Bescheid wissen über Zusatzstoffe, da sich vieles so harmlos anhört.
Citronensäure nehme ich immer zum Entkalken
weiß nur, dass es schädlich für die Zähne ist und künstlich hergestellt wird nicht aus Früchten. Meine, es wird aus irgendnem Schimmelpilz hergestellt bin mir da aber auch nicht ganz sicher.
von Djinni
@Purzel1970: Es scheint tatsächlich ein wohlgehütetes Geheimnis zu sein, woraus Erdbeeraroma denn nun tatsächlich hergestellt wird. Wahrscheinlich sind das irgendwelche verrückten Pilzkulturen oder so, aber auch das fände ich nicht zu schlimm, Kombucha trink ich ja auch und Hefeteig ist auch was Leckeres. Letztendlich ist es ja auch nicht so, dass ich die Sägespäne/Pilze/Wasauchimmer direkt esse, sondern das Aroma wird aus diesen Stoffen extrahiert/destilliert und hat mit dem Ausgangsprodukt nichts mehr zu tun. Ich persönlich habe damit kein Problem, wer Aromen vermeiden will, hat eben die Alternative, frische Erdbeeren und Naturjoghurt (am besten vom Biohof) zu kaufen.
Bevor wir uns hier weiter in Detaildikussionen verstricken: Es geht mir im Prinzip nur darum, dass ich ein pauschales Verteufeln einer gesamten Industrie einfach nicht nachvollziehen kann. Außerdem reagiere ich allergisch auf platte Polemik, und damit spart Herr Bode nicht gerade. „Denn Etiketten lügen wie gedruckt“, puh, also das nenne ich mal Volksverdummung. Man könnte tatsächlich denken, jedes Etikett in Deutschland wäre erstunken und erlogen, und das stimmt so einfach nicht. Wahr ist, dass man sich natürlich mit dem Thema Ernährung und Inhaltsstoffe auseinandersetzen muss, wenn man das getan hat, hat man auf der Packung alle notwendigen Informationen.
Ich denke, Herr Bode möchte durch Provokation ein bisschen Aufmerksamkeit erregen (der alte Greenpeace-Revoluzzer will eben noch nicht aufs Altenteil, kann man ja auch verstehen) mit einem Thema, das ja nun wirklich nicht neu ist. Die Zeit der großen Lebensmittelskandale der 80er Jahre ist vorbei, eben weil die Industrie daraus gelernt hat und sich die Standards erheblich verbessert haben. Dann war es eine Zeit lang ruhig um das Thema „Krank durchs Essen“ und da dachte sich der Herr Bode, dass er mal ein Buch schreibt und darum herum ein bisschen Panik verbreitet, um seine Rente zu sichern.
So, ich geh jetzt Mittagessen!
von Purzel1970
@Djinni - Guten Appetit! Bei mir gibt’s gleich nachher FRoSTA. Heute morgen gab es für mich einen Kirschjoghurt aus dem Bioladen ganz ohne Aromen. Geht doch!
Da finde ich die 79 Cent für einen Joghurt (großer Becher) auch nicht ganz sooo schlimm, weil ich das nicht immer esse und es dann so richtig genießen kann!!!
Wo kommst Du eigentlich aus Stuttgart her?
von Purzel1970
@LittleAnnie: Das ist eine persönliche Sache zwischen mir und Djinni!
von Djinni
@Purzel 1970: siehste, sag ich doch, dass das geht
Abgesehen davon ess ich ja auch total gerne FRoSTA, weil mir dieser ganze Geschmacksverstärker-Mist einfach nicht schmeckt. Ganz einfach eigentlich…
Ich wohne in Stuttgart-Ost in der Nähe vom Fernsehturm, du wohnst in Feuerbach, oder? Vielleicht können wir uns ja trotzdem mal zum gemeinsamen FRoSTA-Essen treffen
von Purzel1970
@Djinni, knapp daneben!
Ich wohne in Zuffenhausen, in einem Haus OHNE Kehrwoche (ein Traum!).
Fernsehturm ist schön und die Gegend zum Spazieren sehr, sehr schön, na ja, ist ja auch Stuttgart!
Zusammen FRoSTA-Essen ist prima.
Wir könnten ja so eine kleine FRoSTA-Party steigen lassen, viele Fotos machen und TRND davon berichten. Was meinst Du dazu?
Meld’ Dich am besten per Email an:
slo1971(at)web.de
Ich freu’ mich.
Ciao!
von ChristophB
Ich finde die Webseite sehr interessant, weil sie gut gestaltet ist. Auch wenn die zu Grunde liegenden Sachverhalte an sich nichts Neues sind (irgendwelches Zeug war schon immer in irgendwelchen Lebensmitteln drin, seit die Apotheker in die Nahrungsmittelindustrie eingestiegen sind), so finde ich die Aufmachung, das Design und die Verständlichkeit sehr beeindruckend.
Trackback von San Lorenzo Blog » Blog Archive » Abgespeist - so wollen wir nicht essen…
[...] Ein Blog zum Buch gibt es auch; die Artikel behandeln u.a. Verbrauchertäuschung durch Verringerung des Gewichtes, Fast Food Fotografie oder Kinderlebensmittel; ausserdem lebhafte Diskussionen auch im trnd-Blog. [...]