Erläuterung zur wissenschaftlichen Befragung.
Zu unserer Befragung bezüglich Payback hat es ja neulich einige kritische Stimmen gegeben. Ich würde gern kurz darauf antworten und hier ein, zwei Erläuterungen zu der Befragung abgeben. Exemplarisch für die Kritik vielleicht dieses Zitat:
An dieser Stelle nehme ich mir heraus, dem Kommentator vorsichtig zu widersprechen. Denn es ist bei wissenschaftlichen Befragungen häufig so, dass man ihren Nutzen nur schlecht überblicken kann, wenn man nicht den gesamten Hintergrund kennt. In diesem Fall verhält es so, dass sich der Nutzen der Befragung erst dadurch ergab, dass wir eben auch die Nichtteilnehmer beim Payback-Blog-Projekt befragt haben.
Zur Erläuterung kurz ein paar Sätze über das Ziel der Befragung: Mir geht es darum herauszufinden, wann und warum Leute gern Mundpropaganda für Marken machen. Denn ich denke, dass wir uns alle einig sind: wenn ein Produkt gute Mundpropaganda verdient und dann auch bekommt und dadurch bekannt wird, dann ist das manchmal besser, als wenn womöglich nervige Werbung dafür geschaltet wird. Meine Annahme (’Hypothese’) ist, dass Leute dann lieber eine Sache weiterempfehlen, wenn sie daran teilhaben und mitwirken können. Denn dann können sie sich die Sache zu eigen machen und identifizieren sich mehr damit. Das wiederum zeigen die vielen trnd-Projekte auf nachdrückliche Weise. Und beim Payback-Projekt hatten wir das Glück, wirklich intensive Mitwirkung und Gestaltung ermöglichen zu können.
Damit die Annahme aber als wissenschaftlich nachgewiesen gilt, muss man nun zeigen, dass die ‘Mitmacher’ mehr Mundpropaganda anregen als vergleichbare ‘Nichtmitmacher’. Und genau darum ging es bei der Befragung. Wir haben daher zwei Arten Fragen gestellt: die einen sollten den ‘Grad des Mitwirkens’ messen. Das waren die, die sich zu wiederholen schienen. Das muss aber so sein, denn ein theoretisches Gebilde wie ‘Mitwirkungsintensität’ muss man immer mit mehreren Fragen abprüfen, damit Zufallsfehler ausgeschlossen werden. Die zweite Art der Fragen (davon gab es weniger) hat nach der Mundpropaganda-Bereitschaft gefragt: es ging um Weiterempfehlen des Blogs an andere.
Nach Abschluss werden wir nun die Daten durchsehen und zunächst prüfen, ob die ‘Mitwirkungsintensität’ der Mitglieder im Projekt tatsächlich höher war. Was eigentlich so sein müsste, sonst wäre etwas wirklich dumm gelaufen.
Und dann gucken wir, ob diese Gruppe auch statistisch gesehen wirklich mehr und bessere Mundpropaganda für das Blog gemacht hat als die anderen. Wenn das so ist, hätten wir zumindest anhand dieses Projektes bewiesen, dass - bei ansonsten gleichen Bedingungen - die stärker involvierten Leute die Sache auch eher an andere weiterempfohlen haben. Und damit sollte klar sein, warum wir sowohl Teilnehmer des Projektes als auch Nichtteilnehmer in der Umfrage brauchen.
Natürlich konnten wir dieses alles nicht im Vorfeld erklären, denn das hätte ja sonst die Antworten beeinflusst…
Wann die Ergebnisse feststehen, kann ich noch nicht sagen. Es liegt derzeit viel anderes an, und ich muss mich noch in die Statistik hinein vertiefen, um das ordentlich ausrechnen zu können… Ich danke aber nochmal herzlich für die rege Teilnahme!
