trnd-Partner StPersiel im Interview: Wie macht man erfolgreiche Mundpropaganda?

Dass man mit einer originellen Idee und einer Portion Mundpropaganda durchaus Aufmerksamkeit erzielen kann, hat trnd-Partner StPersiel mit seiner Website- “Frank geht ran” bereits im letzten Jahr bewiesen. Siehe trnd-blog
Alle, die keine Lust mehr auf lästige Anrufe haben, können einfach die Nummer (0 163) 1 73 77 43 weitergeben. Frank erledigt dann den Rest und erklärt den Anrufern, dass ihr sie nicht zu sprechen wünscht.
Im Klartext: Frank geht ran, wenn Ihr nicht wollt.
Die Aktion hat es sogar bis in die Financial Times Deutschland, bzw. ins WDR Fernsehen geschafft. Wir sind der Meinung, dass diese erfolgreiche Word-of-Mouth-Aktion einen ausführlichen Bericht auf unserem Blog verdient hat, deshalb haben wir trnd-Partner StPersiel exklusiv über seine Erfahrungen und natürlich die Reaktionen zu “Frank geht ran” befragt:
Die Idee hatte ich schon länger, bevor ich sie im Oktober 2006 umsetzte. Die Idee ist sozusagen im Laufe der Zeit „herangereift“, weil ich immer wieder nervige Anrufe von Zeitungsverlagen, Lottovermittlern etc. bekam. Zuerst hatte ich die Idee, mir zu Hause im Festnetz eine solche Nummer mit Anrufbeantworter einzurichten, das scheiterte aber an der Technik. Als ich dann nach dem simyo-Projekt auf trnd eine Handynummer „übrig hatte“, bot es sich geradezu an, damit endlich die Projektidee umzusetzen.
Die erste Idee lag bestimmt schon 6-12 Monate auf einem Zettel in der Schublade. Die Umsetzung auf eine Internetseite sowie Produktion der Sprachansage hat ca. 3 Wochen gedauert.
Nein, ich hatte keine Erwartungshaltung, weil ich an der Seite sowieso nichts verdienen würde. Ich habe sie einfach online gestellt, damit auch andere Menschen von der Abwimmel-Hotline profitieren. Dass es mittlerweile fast 100.000 Besucher sind, freut mich natürlich umso mehr
Angefangen hat es im Oktober mit ca. 10 Besuchern täglich, dann im Januar berichteten mehrere große Blogs wie blog.fefe.de und lawblog.de über die Hotline. Da waren es dann ca. 10.000 Besucher täglich (über 2-3 Tage hinweg). Mittlerweile liegt der Schnitt bei 500 Besuchern täglich.
Über das trnd-Blog zum Viralmarketingbuch habe ich mein Projekt bekannt gemacht. Über andere Seiten habe ich bewusst nicht auf frankgehtran.de verlinkt um zu sehen, wie sich so eine virale Kampagne entwickelt. Ob es also wirklich ausreicht, einen Link zu streuen und wie er sich dann weiterverbreitet … ist ja gelungen
Aktiv habe ich niemanden angesprochen und auch von Journalisten und Bloggern wird man meist nicht darauf hingewiesen, dass sie einen Artikel über Franks Hotline geschrieben haben. Das sehe ich dann (hoffentlich) an den Seitenverweisen in meiner Besucherstatistik. Bei Zeitungs-, Radio- und TV-Beiträgen ist das natürlich schwieriger nachzuverfolgen.
Besonders gefreut hat mich die Veröffentlichung auf lawblog.de. Ich bin selbst regelmäßiger Leser des lawblogs und habe mich daher riesig gefreut, dass der Betreiber Udo Vetter meine Seite verlinkt hat.
„Gelernt“ habe ich sozusagen, dass man den Durchbruch bzw. den Verlauf einer viralen Aktion kaum vorhersagen kann. Man muss halt darauf hoffen, dass bekannte Blogs & Medien darüber berichten (evtl. könnte man auch direkt auf die großen Medien einwirken, habe ich aber nicht gemacht). Außerdem braucht man ausreichend Serverkapazitäten, wenns richtig losgeht
Man braucht irgendeinen Ausgangspunkt, wo man auf die eigene Seite hinweisen / verlinken kann. Bei mir war es das trnd-Blog, aber es eignen sich auch eigene Weblogs oder fremde Foren, sofern diese eben bekannt genug sind. Kritisch ist es sicherlich, wenn man eine Idee an einen Weblog-Betreiber heranträgt mit der Bitte, diese zu veröffentlichen. Die Idee sollte so gut sein, dass sie freiwillig weiterverbreitet wird.
@StPersiel: Vielen lieben Dank noch mal für die Beantwortung der Fragen.
Wir von trnd sind der Meinung, dass genau diese Aktionen zeigen, dass man heutzutage nicht viel Budget oder ein komplettes PR-Team benötigt, um Buzz zu generieren. Also, worauf wartet ihr noch. Einfach machen!

von Tamani
Das ist ja cool. Da sieht man doch wieder, wie viele verschiedene Menschen hier bei trnd sind und dass sich jede Minute der Zeit lohnt, die man dieser Seite widmet.