Der Preis: nur billig oder schlau+variabel?
Dass Marketing nicht nur aus Werbung besteht, hab ich ja schon öfters mal geschrieben. Die klassischen vier Bestandteile (die “vier Ps”) sind: Produkt, Preis, Promotion (enthält die Werbung) und Placement (z.B. der Vertrieb). Den Bestandteil “Preis” finde ich besonders spannend, denn er wird meist vernachlässigt und nur äußerst unkreativ in Szene gesetzt: Geiz ist eben nicht geil, sondern einfach nur billig.

Interessantere Möglichkeiten, den Preis als Marketingtool einzusetzen sind z.B. variable Preise: das Produkt steht in unterschiedlichen Ausführungen zu unterschiedlichen Preisen zur Verfügung. Auch wenn der Kunde das Produkt nur für einen kurzen Zeitraum nutzen will, sollte der Preis dynamisch “mitgehen”.
Im Kfz-Versicherungsbereich habe ich jetzt eine interessante Idee entdeckt: die österreichische Versicherung Uniqa testet gerade eine “pay-per-use” Autoversicherung: man zahlt nur dann, wenn man die Versicherung braucht - sprich: wenn man fährt. Dabei kostet die Versicherung unterschiedlich viel, je nachdem wo und wann man fährt. Die Heimfahrt um 4:00 Uhr nachts von einer Kneipe ist dann teurer, als die Fahrt am Morgen ins Büro. Ein Vielfahrer auf riskanten Strecken zahlt dann mehr als ein Sonntagsfahrer.
So weit eine prima Idee, die zeigt, was man mit dem Marketinginstrument Preis alles machen kann. Bleibt in diesem Fall nur ein Problem: Die Fahrdaten werden von einer kleinen GPS-Box im Auto an die Versicherung gemeldet. das geschieht zwar irgendwie anonymisiert, trotzdem hätte ich ein ungutes Gefühl, wenn ein Versicherer immer ganz genau weiß, wo ich hinfahre …
In UK ist die Sache übrigens schon auf dem Markt.

von Flirty
Das lässt sich dann ja von der Polizei recht gut missbrauchen. Zum einen gut, da die Autos ortbar sind, zum anderen schlecht weil ich persönlich nicht geortet werden wollen würde.
Im Ansatz ist die Idee super, jedoch einfach nicht praktikabel (denke ich)
von Andy
aus datenschutzgründen absolut untragbar!
von 7.dos
Richtig @Andy
Die Idee ist gut, nur leider eine Utopie. Außerdem muss ide Fahrt um 4:00 Uhr Nachts von der Kneipe heim nicht gefährlicher sein als zum Arbeitsverkehr. Im Gegenteil : Wer will wissen ob man was getrunken hat. Nachts ist nicht so viel auf den Straßen los, also ist die Gefahr schonmal geringer, wenn man normal fährt. Besser als im Feierabendverkehr, wenn alle genervt von der Arbeit kommen und nach Hause wollen. Statistisch ist die Unfallquote da am höchsten - glaube ich
von Andy
na das gps registriert ja dann, ob du schlangenlinien fährst
oder bittet dich zur alkoholkontrolle vor fahrtantritt ^^ die polizei kann ihre kontrollen abschaffen und muss nur doch die, durch die daten der versicherung, automatisch erstellten bescheide unterschreiben, wobei selbst das ist überflüssig… also verkehrspolizei abschaffen, versicherungen können das besser…
von .rob
stimmt. Wahrscheinlich besitzt die GPS-Box ein Röhrchen, in das man vor Fahrtbeginn zur Alkoholkontrolle reinblasen muss, sonst startet der Motor nicht
von AVoG
Im Ansatz ist der Gedanke ja super: ich bezahle für eine Sache/Dienstleistung nur soviel wie ich auch nutze.
Das Problem tritt dann auf, wenn man die diese Nutzung quantifizieren möchte. 1 kg Äpfel, 2 MB Musikdateien, Auslandskrankenversicherung für 1 Urlaub mit 14 Tagen Dauer: alles kein Problem. Andere Nutzungsüberprüfung(-wachung) ist allerdings notwendig, wenne sich um Dienste handelt.
Im Prinzip gibt es dieses System bei KfZs schon: nennt sich Saisonkennzeichen, man bezahlt die Steuer und Versicherung nur für den zugelassenen Zeitraum (z.B. 04-10 eines Jahres)
von Nighthorse
Bei dieser KFZ-Versicherung ist der dynamische Preisansatz sicher eine ganze interessante Idee. Man kann es aber auch mit den dynamischen Preisen übertreiben. Siehe Auto-Neukauf (vor allem BMW, Mercedes & Co) bis man sich durch die tausende Sonderoptionen gewuselt hat (welche ja auch meist irgendwie von anderen Optionen abhängig sind) hat sich der Preis teilweise schon fast verdoppelt.
Dabei würde es doch meist ausreichen die Motorisierung und Farbe zu wählen. Dann noch zwischen 2 oder 4 Komplettausstattungsvarianten und fertig ist der lack… oder ?