Gewinnchance in der U-Bahn.

Viel zu viele Dinge werden negativ formuliert:

  • Wer am Salatbuffet zweimal nimmt, wird erschossen!
  • Versandgebühren werden extra berechnet!
  • Frühstück nur bis 11:00 Uhr!

Aus Marketing-Sicht ungeschickt, denn ein paar Salatblätter können die Welt nicht kosten. Und den Hinweis “Bedienen Sie sich an unserem Salatbuffet so oft Sie möchten” erzählt man wahrscheinlich gerne weiter (die Qualität des Salates vorausgesetzt).

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Aber nun zum Thema im münchener Untergrund: ich stehe also vor einem Automaten der MVV und will ein Ticket zu einem Ort ganz weit draussen lösen. Bin ich noch nie hingefahren, weiss also auch nicht, ob ich Zone 1 mit Zuschlag oder Zone 3 geteilt durch Tarifgebiet 5 wählen soll. Obwohl ich ein Latinum besitze, überfordert mich die Kiste. Was tun? Das mannigfaltige Tarifangebot länger studieren und die U-Bahn versäumen? Schwarzfahren? Ich entschliesse mich, nach Bauchgefühl ein Ticket für Zone 3 zu lösen, das ist wahrscheinlich viel zu viel, bringt mich aber im Fall der Kontrolle nicht in Schwierigkeiten. Also ab in die U-Bahn und den Aufkleber bewundern: “Wer schwarzfährt, zahlt 60 Euro Strafe“.

Und nun die wunderbare Idee: Der Zu-wenig-Zahler/Schwarzfahrer riskiert zwar eine Strafe, der Zu-Viel-Zahler hat aber keine Chance auf einen Gewinn! Ich stelle mir das so vor: ich löse ein Ticket für 1,80. Da ich aber kein 20 Cent Wechselgeld im Geldbeutel haben will, werfe ich ein 2 Euro Stück ein und schenke die 20 Cent der MVV. Wenn ich nun vom Kontrolleur “erwischt werde”, und sich herausstellt, dass ich zu viel bezahlt habe, gewinne ich 20 Euro. Ein solches System würde einerseits enormen Mundpropaganda-Wert haben, andererseits sich auch für die MVV rechnen. Vielleicht könnte man sogar die Ticketpreise dadurch senken, oder alle knapp unterhalb einer runden Eurosumme ansiedeln.

Und jetzt die McKinsey-Rechnung: Nehmen wir an, die MVV befördert pro Tag 1 Mio. Fahrgäste. Davon kaufen 50% ihre Tickets am Automaten und die Preise liegen durchschnittlich 20 cent unterhalb der runden Eurosumme. Nehmen wir weiterhin an, dass 30% der am Automaten zahlenden Fahrgäste an diesem neuartigen Gewinnspiel mitmachen und pro Tag eine Gewinnsumme von 10.000 Euro ausgeschüttet wird. In 10 Jahren sind das dann 73 Mio. Euro zusätzliche Einnahmen für den MVV :-)

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Diskussion

Meinungen der trnd-Partner

28.02.06 - 14:56 Uhr
von diskostu

Coole Idee, allerdings sollte man annehmen, dass 90% der Fahrgäste über Dauerkarten (welcher Art auch immer) verfügen und sich keine Einzelfahrscheine kaufen.

28.02.06 - 15:08 Uhr
von 7.dos

Durch die Mehrausgaben der Gewinnspielteilnehmer und die Verluste durch Schwarzfahrer könnten sich die Werte aber vielleicht auch ausgleichen, was für die MVV bedeutetn würde, dass sie im Grunde nicht mehr zu kontrollieren bräuchte. Alles würde im Chaos der Anarchie versinken und das nur, weil Tarif 1 der billigere ist :D

28.02.06 - 17:04 Uhr
von Exige

Will ja nicht meckern. Aber es heißt DER MVV und nicht die MVV ;-)

der MVV = der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund

Fast so schlimm wie die/das Maß Bier…

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