Coffeetime!

Über die nächsten Wochen wollen wir uns hier bei trnd mit unserem Lieblingsgetränk - zumindest wenn es dem Konsum nach geht - beschäftigen: den Kaffee. Kaffee wird immer mehr zum Lifestyle-Getränk, aber die Mehrzahl der Konsumenten ist älter als 40 und freut sich über eine Mischung aus der Kaffeemaschine.

Coffee1

Die Jüngeren hingegen setzen sich eher mit dem auseinander, was sie trinken und vor Allem wo und wie sie es trinken.

Ale allererstes habe ich mal einen kleinen Spaziergang vom Marienplatz zum Goetheplatz in München unternommen, und ein bewussteres Auge auf das geworfen, was als “Kaffeekultur” gilt: sie ist alles andere als Homogen, und das ist gut so :) Nun denn, auf!:

Das Alfa-Coffeehouse, hier in der Sendlinger Strasse. Interessanterweise hat sich Starbucks viel Zeit damit gelassen, nach München zu kommen. Egal, Alternativen gibt’s genug…

Coffee10 Sb

Am Rindermarkt gibt es was ähnliches, nämlich den Meyerbeer:

Coffee6 Reflection

Auf der Strecke war leider kein San Francisco Coffee Company oder Coffee Fellows. Egal. Das hier ist dann das Gegenteil:

Coffee11 Discount

Ich weiss nicht was ich vom Namen “Milk & Sugar” halten soll…

Coffee9 Roester

Lachen musste ich bei dem hier, gesehen am Hugendubel. Ähnlichkeiten mit Starbucks sind völlig aus der Luft gegriffen:

Coffee2 Woco

Wocochino? Es geht besser. Hier ein Paar Ideen:

Coffee3 Names

Schön, gell? Und Schreibfehler sind da ausgeschlossen. Im Gegensatz zu:

Coffee13 Apostrophe

Argh! Die Apostrophenkatastrophen. Aber immerhin eine neutrale Tafel genommen. Biertafeln sind ein ziemlicher Llifestylevernichter, finde ich:

Coffee5 Kuchen

Heisst übrigens nicht mehr “Kaffee und Kuchen”. Immerhin.

Coffee7 Reflection

Der Loungy-Lifestyle schimmert hier leider null durch. Aber ich bin bestimmt die falsche Zielgruppe. A Propos Zielgruppe: die würde mich hier brennend interessieren:

Coffee12 Haferl

Haferl (Kanne) Kaffee mit Wurstsemmel? Bratensülze? Poh! Das ist ein Bisschen so wie Kaffee und Unterwäsche, keineswegs abwegig:

Coffee8 Roester

Na dann…

Coffee4 Neon

Und das waren nur ein Paar Beispiele. Erstaunlich, wie sehr unser Alltag davon geprägt ist. Nächste Woche wollen BigT, .rob und ich ein Testival starten, und unterschiedliche Etablissements von innen ansehen und Ambiente und Produkte bewerten.

Diskussion

Meinungen der trnd-Partner

08.02.06 - 19:02 Uhr
von 7.dos

Also nachdem hier auch vor ein paar Monaten der erste Starbucks (2-3 weitere sollen demnächst folgen) aufgemacht hat verschlägt es mich dort auch öfters hin. Allerdings muss ich sagen, dass ich erst mit dem Studienbeginn zum Kaffeejunkie geworden bin. Wobei Junkie auch übertrieben ist. Da ich in der Regel erst um 12 Uhr aufstehe und eben wenn ich vorlesung hab schon um 10 Uhr (!!!) in Stuttgart sein muss gilt mein erster Gang inzwischen automatisch dem Bäcker im Hause. Allerdings bin ich noch kein Experte, merke keinen Unterschied zwischen schlechtem und gutem Kaffee, es schmeckt alles irgendwo gleich, der eine stärker, der andere schwächer, was mir im Grunde aber auch egal ist - Hauptsache er wirkt irgendwie. Ich befürchte, dass ich, sobald ich in Berlin bin vollständig Kaffeeabhängig werde. Glücklicherweise hab ich mich schon erkundigt, woher man im Internet konzentriertes C8-H10-N4-O2 bekommt - OH. Sehe gerade, dass das aus dem Sortiment genommen wurde. Schade :/
Zum Wocochino : Also irgendwie erinnert mich das mein Lieblingswässerchen aus Russland : Wodka. Hier vor Ort haben wir schließlich auch eine Eisdiele, die Wodka-Eis anbietet… Vielleicht wäre der Wodkacappuchino die Weiterentwicklung, macht wach und gleichzeitig betrunken - 2 Fliegen mit einer Klappe auf langen Partys. Ich muss mir endlich mal ne gescheite Digikamera kaufen, damit ich auf meinem Weg durch die Stadt auch jedes Kaffee-Schild fotografieren kann *grml*

09.02.06 - 11:36 Uhr
von nicokaiser

Was mich am meisten stört an diesen Läden, sind die Leute, die sich dort aufhalten. Größtenteils ein Schickimicki-”sehen-und-gesehen-werden” Publikum und 16-jährige, die sich mit Papis Geld jeden Tag ein Kaffee-Milch-Gemisch für über 4€ leisten können. Oder aber möchtegern-wichtige Geschäftsleute, die sich mit ihrem iBook ins (überteuerte) WLAN (SFCC) einklinken und auf ihrem GMX-Account eine Mail an “webbunny857″ schreiben “Hi, bin grad Kaffeetrinken”.

Ok, das ist jetzt übertrieben dargestellt, aber ich sehe es nicht ein, für weniger als 0,2l Latte Macchiato (mehr ist dank Milchschaum auch in “Large”-Portionen nicht drin) 4,60€ zu zahlen. Da kaufe ich lieber den “Rohstoff” (Starbucks und co. verkaufen exzellenten Kaffee als Bohnen oder auch gemahlen!) für ~5€/250g (bestimmt 30-40 Tassen) und eine Tüte Milch und genieße den Kaffee zuhause. Ohne WLAN, dafür aber mit Freunden.

09.02.06 - 12:36 Uhr
von 7.dos

Einmal im Monat kurz rein, Geld ausgeben und schnell wieder raus geht schon :D

09.02.06 - 17:51 Uhr
von .rob

Ich muss zugeben, dass ich in einem gemütlichen Sessel im Starbucks extrem gut im Ideen-erfinden bin :-D

09.02.06 - 18:14 Uhr
von 7.dos

Das liegt glaub ich an den geheimen Starbucks Kaffeezusätzen :D

09.02.06 - 19:17 Uhr
von .rob

=%-D

09.02.06 - 21:15 Uhr
von Dominik

@nicokaiser: Diese Leute haben aber i.d.R. billige Aldi-Notebooks, weil ihnen oberflächliches Prestige bzw. Sehen und Gesehen werden wichtiger ist als Nachhaltigkeit.
Allgemein find ichs etwas schade, dass hier nur auf die äußere Hülle geschaut wird, und nicht auf das Ambiente “inside” bzw. sogar das fertige Produkt. Starbucks ist für mich auf nur ne bessere Fast-Food-Kette (oder nennen wir es neutraler “Franchise-Ketten”), das Ambiente ist in jedem Schuppen gleich, der Cappu kommt aus ner Maschine und das Personal ist gespielt freundlich. Aber dafür sind die Kreationen ganz lecker und regen mich persönlich zum Nachahmen in der eigenen Küche an.
Btw - wie kriegt ihr perfekten Milschaum hin? Geht das wirklich nur mit Dampf? Diese neumodischen Pürierstäbe machen mir die Creme etwas zu fest… gibt es denn reine Dampfdüsen z.B. mit kleinem Wassertank für in die Steckdose?

10.02.06 - 0:34 Uhr
von 7.dos

Starbucks ist “Frenchscheiß” ? Neben Donuts und Kaffe haben die doch sonst nix. Aber was die Kundschaft an Selbstdarstellern angeht bin ich ya teilweise schon geneigt mich in eine ruhige Ecke zu setzen und eben jene Riege an Menschenschlag ein wenig zu beobachten. Dazu noch n guter Kaffee, was will ich mehr.
p.s.: Geht auch ohne Aldi-Notebook ;)

10.02.06 - 7:30 Uhr
von Dominik

Komisch, wie gesagt, war gestern an dem gegenüber der Frankfurter Börse und dort war das Klientel hauptsächlich meine halbe Berufsschulklasse, n paar Amis, n paar junge Studentinnen (darauf hab ich natürlich geachtet ;-) ) und vielleicht ein oder zwei Laptop-Coolness-Schnösel.
Nö, ist kein “Frenchscheiß”, ist sogar “Amischeiß’” :D Klar, was hattest Du denn gedacht, Franchising sagt ja erst mal nix über die Breite des Produktsortiments aus, oder?

10.02.06 - 11:42 Uhr
von 7.dos

Dann wäre so gesehen aber auch jeder Back- und Wurstwarenfachverkäufer einer Kette ein Franchiser oder ? Die werden aber nicht so genannt, zumindest wäre mir das noch nie aufgefallen…

10.02.06 - 21:54 Uhr
von Dominik

Nunja, Franchising bedeutet mal rein rechtlich betrachtet, dass ein Einzelkaufmann (also Du, ich, oder wer auch immer) ein Abkommen erwirbt, Produkte bei einem Franchise-Geber (und ausschließlich dort!) zu erwerben. Mal ganz grob gesagt. Er kauft eine (z.T. happig teure) Lizenz, um ein Geschäft mit den äußeren Eigenschaften des Franchisegebers eröffnen dürfen. Dieser stellt/verkauft die komplette Laden-Einrichtung, kümmert sich um das Marketing und weitestgehend um die Außendarstellung des Unternehmens. Das Gasthaus zum Goldenen M ist das Paradebeispiel für eine Franchise-Kette, wenn Du also wissen willst, wie ein Franchise-System funktioniert, denk einfach daran, wie es bei McDonalds gemacht wird. Also die Backshops bei uns in der Gegend (z.B. Lüning) werden nicht als Franchise-System geführt, wobei die mit ihren Back-o-rants langfristig sicher auf diese Schiene gehen werden.

11.02.06 - 1:53 Uhr
von 7.dos

Aaaaah. Wieder was gelernt, bedanke mich herzlichst für die erleuchtende Aufklärung ;)

11.02.06 - 14:59 Uhr
von meme

Da die Amerikaner außer dominieren und Krieg führen nicht viel besonders gut können, insbesondere im Genußbereich (man denke nur an Pizza vom Pizza-Hut und ewiges Fast-Food) sollte es wohl bei Kaffee ähnlich sein. Warum also viel Geld für elende Plörre - wie so oft viel Wind um nichts. Für echte Kaffee-Kultur sollte man doch lieber nach Österreich schauen oder Italien. Ich denke heute noch gern an meine ersten Versuche mit einem Espresso-Kocher-Kännchen auf der Herdplatte (wir hatten eine Italienerin in unserem Kurs, die uns in italienische Genüsse eingeweiht hat) - unnachahmlich, dieser pure, schwarze, starke Genuß und Aufputsch (hatten wir auch dringend nötig). Im vorigen Jahr habe ich mal österreichische Kaffeehäuser ausprobiert - wunderbar, gerade wegen der fehlenden Schicki-Micki-Klientel und des leicht angestaubten Touches - und dazu gerade unverschämt lecker und vielseitig. Dazu noch anständiger Preis für reellen Genuß. Ürigens ist ein “Haferl” keine Kanne, sonderen eine große Tasse - in Westfalen würde man sagen: Pott !!!

11.02.06 - 16:03 Uhr
von Andy

“haferl” waren, sind und bleiben ansich schuhe ;) was man im cafe dann wirklich kriegt ist meist interpretationssache des betreibers, wahrscheinlicher ist aber die von meme erwähnte große tasse ( bei den amis liebevoll “mug” genannt)
ich bevorzuge in augsburg das pow wow, wären da nicht die ganzen erwähnten “schicki-mickis”… ich bevorzuge daher meistens coffee2go, mp3-player an und beim bummeln durch die stadt richtig guten laffee genießen

12.02.06 - 0:02 Uhr
von Dominik

@ Meme: Ich finde jedes Land hat dem Kaffee seinen eigenen “Anstrich” gegeben - ne Wiener Melange lässt sich mit nichten mit einem Espresso und dieser sich genau so wenig mit ner Latte Machhiato amerikanischer Prägung (also süß und mit viel Brimborium). Jede dieser Variante hat m.M.n. ne Existenzberechtigung - ist letztenendes doch ne reine Geschmackfrage. Wofür es aber definitiv keinen Geschmack braucht, ist der Konsum von Getränkeautomaten-Cappu. Ob da überhaupt Spuren von echtem Kaffee drin enthalten sind?
Mir gefällt dieser Kaffeehaus-Ansatz auch sehr gut. Ich mag aber auch am amerikanischen Vorbild angelehnte (aber besser umgesetzte!) Caffébars wie z.B. das leonardo in Bingen/Rh. (ja, auch aufm Land gibts gelegentlich was zu entdecken! ;-) Freitags wird dort sogar noch frisch geröstet.

16.05.08 - 10:51 Uhr
von Sweety83

Ich bin ab und an mal ganz gern im Starbucks, der Caramell Macchiatto ist einfach himmlisch :-) Aber was das Publikum angeht hat Nicokaiser größtenteils wirklich Recht. Ich sehe es jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit wenn ich an dem Starbucks vorbeigehe. Männer in schicken Anzügen sitzen an den kleinen Bistrotischen oder auf den Sofas über ihre Notebooks gebeugt, ganz geschäftig tippend und nebenbei noch mit dem Handy telefonierend. Und kommen sich furchtbar wichtig vor.
Doch ist eines zu bedenken: wenn sie wirklich so wichtig sind, warum sitzen sie dann den Vormittag in einem Kaffeehaus herum und surfen im Internet, anstatt in ihrem Büro zu arbeiten???? :-)

Zu Kaffeehäusern an sich muss ich sagen das wir hier in München wirklich gut versorgt sind.

Mein absolutes Lieblingskaffeehaus liegt allerdings in (meiner Lieblingsstad) Salzburg. Das altehrwürdige Cafe Tomasselli. Hier sind die Kellner noch traditionell in schwarz/weiß gekleidet, die Kuchenfrau geht herum und bietet die leckersten Torten und Kuchen an, die es weltweit gibt (meiner Meinung nach) und die ganze Atmosphäre ist irgendwie herrlich. Das Publikum ist gut gemischt, Einheimische sitzen neben Touristen aus aller Welt, eine Altersgrenze gibt es nicht. Ich fühle mich einfach pudelwohl wenn ich dort auf der Terrasse sitze und auf die Altstadt schaue - auf dem Tisch vor mir ein toller Latte Macchiatto/Cappuccino/Kaffee/heiße Schokolade (diese ist sehr zu empfehlen) und ein Stück feine Torte. Da gehts mir gut. Und weit und breit keine Wichtigtuer mit Notebooks und Handys….

16.05.08 - 11:17 Uhr
von aqua

@Sweety83
da muß ich Dir recht geben, nichts ist störender als Wichtigtuer mit Notebooks und Handys.

Stimmt bei euch in München sind wirklich viele Kaffeehäuser, wir in Wien sind ja auch nicht gerade unterversorgt an Kaffeehäusern :-)).
Am liebsten trinke ich Heiße Schokolade, Melange oder einen Pharisäer.

16.05.08 - 11:28 Uhr
von Sweety83

Achja, Wien… Die Mutter aller Kaffeehäuser :-) Da war ich auch schon mal mit meiner Mama - leider nur über ein verlängertes Wochenende. So konnte ich gar nicht viel anschauen von Wien. Aber wir waren natürlich in einem Kaffeehaus und haben uns mit Kaffee und Kuchen versorgt :-)

Ich will auf jeden Fall mal wieder nach Wien, dann aber länger um auch das Schloß anschauen zu können und den Prater. In der Hofreitschule war ich schon (bin ja selbst Reiterin und da interessiert das natürlich).

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