Bluespamming.

Endlich hat Bluespamming auch seinen Weg nach München gefunden! Durch den Hinweis auf Muenchenblogger (danke!) schnell ins Tal gedüst und presto! schon im Auto, also in guter Entfernung des Lokals piepst das Handy und fragt mich ob ich eine Nachricht von BURGER KING empfangen will.

Bk Bt2

Ich sage nicht sofort ja, sondern hüpfe aus dem Auto, stelle mich vor den Eingang und nehme eine ähnliche Pose ein wie die Dame auf dem Plakat:

Bk Bt
JAAAAA! Her damit! Ich bekomme ein Coca-Cola Hintergrundbildchen, sowie ein Gutschein, auch als Bildchen: 45% Rabatt auf ein Menü, Bitte an der Kasse vorzeigen.

Liebe Leute vom Burger King, das ist Bluespamming, kein Bluejacking (weil kommerziell) und auch nicht besonders lustig. Ganz abgesehen davon, dass derjenige selber Schuld ist der mit offenem Bluetooth-Handy durch die Gegend läuft (Headset? Handy auf unsichtbar), ist Handy ganz klar Privatsphäre.

Das Argument, den Handybesitzer überhaupt danach zu fragen ob er eine Nachricht haben möchte, ist auch verkehrt. Die Anfrage an sich ist schon Marketingbotschaft, die fragt ob ich noch eine schicken darf. Häh? Dazu Russell im Interview mit trnd:

Auch wenn der Nutzer nachträglich Opt-in erlaubt, ist es vergleichbar mit dem Versand einer E-Mail um die Erlaubis einzuholen, weitere E-Mails zu versenden. Das ist grundverkehrt.

Das Plakat im Fenster ist auch Alibi, denn siehe Bild oben, denn keiner schaut hin. Es wird auch niemand gezielt angefunkt. Es gilt die Annahme Bluetooth / an = Werbung bitte!

Nun stelle man sich vor, alle Läden in der Strasse würden das gleiche tun. Alle fünf Meter eine Anfrage, ob ich eine Botschaft erhalten will? NEIN DANKE.
Dazu auch ein schönes Zitat von Russell:

But why am I making a fuss about a few BlueSpam messages in the US? Because it’s the thin end of the wedge and unless all marketers are discouraged from spamming people in any circumstances, you’ll get bombarded with this shit in a few years, every time you leave your house and quite possibly in it.

Vielleicht wurde Burger King vom Erfolg der Coldplay-Bluecasting-Kampagne ermutigt, wo eine Response-Rate von 15% erreicht wurde. Dass 85% der Rezipienten vielleicht ein Problem mit dieser Werbeform haben könnten, darüber denkt man nicht nach. Aber das zu erforschen lassen wir lieber, könnte ja etwas unerwünschtes herauskommen.

Im Fall von Burger King wäre SMS viel besser gewesen, ist aber nicht so hip. Aber auch nicht so dämlich. Und auch keinen Blogeintrag wert…

Oder sehe ich das zu krass?

PS Beim nächsten Bluespammer machen wir einen Flashmob, OK? Das Bildchen kann ja problemlos verschickt werden, hunderte Leute stürmen den Laden und wedeln mit dem Gutschein, so als Protest…

Diskussion

Meinungen der trnd-Partner

03.11.05 - 11:53 Uhr
von 7.dos

Heftig. Also auf dem Handy hat Werbung nichts zu suchen… Bin froh, dass ich keins hab :D

08.11.05 - 19:52 Uhr
von Aserbaidschan

Wenn man Handy-Werbung erhalten möchte (Werbe-SMS usw.) dann soll man das anmelden können. So ne dämliche Idee, die Leute zu belästigen, nur weil sie an dem Laden UNGESTÖRT vorbeigehen wollen, kann nur Burger King einfallen… So, meine Meinung dazu!!! :)

08.11.05 - 21:09 Uhr
von blogomat

Kann ich nicht nachvollziehen das Problem. Selbst wenn man Bluetooth angeschaltet hat kann man moderne Handies doch auf “nicht sichtbar” schalten.

08.11.05 - 21:17 Uhr
von doerner

Wer “sichtbar” herumläuft, und so etwas erhält muss sich nicht wundern. Es beklagt sich ja auch keiner, wenn man in der Stadt seine Haustür offen läßt und jemand fremdes eintritt. Die Möglichkeit Personen kostenlos, da per BT, etwas zukommen zu lassen, finde ich prinzipiell gut. Es würde mich nicht wundern, wenn dies in Zukunft üblich wird.

09.11.05 - 0:45 Uhr
von dash

So ist’s halt mit “neuer” Technik, alles hat seine Vor- und Nachteile.

Seitdem BT in so ziemlich jedem neuen Handy seinen Platz hat, ist’s doch nur logisch, dass auch Firmen die Chance sehen, diese Plattform zu nutzen.

Toll finde ich z.B. die Möglichkeit, an Fototerminals in Drogeriemärkten die Bilder direkt per BT an die Kiste zu schicken und entwickeln zu lassen.

Mein Traum wäre ja immernoch, dass vor Kinosälen den Handies per BT gesagt wird, dass sie ab sofort auf “Lautlos” stellen sollen.

Aber sowas ist wohl noch Zukunftsmusik :D

24.11.05 - 17:44 Uhr
Trackback von trndblog » Blog Archive » Werbung per Bluetooth.

[...] von .rob Werbung per Bluetooth. Auch auf dem Handy sind wir nicht mehr sicher vor Werbung. Gerade Bluetooth wird mehr und mehr dazu benutzt, um Werbe [...]

30.11.05 - 9:18 Uhr
Trackback von Der Schockwellenreiter

Dosenfleisch

Das trndblog stellt fest: Burger King ist ein bler Bluespammer! [E-Business Weblog/Newsfeed]

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