Deine Augen. Eine kleine Geschichte der Marketingevolution.
Jetzt reicht’s! Im Spiegel Online ist zu lesen:
Amerikanische Medien-Marketer sagen das ganz offen: Sie verkaufen nicht Inhalte oder Programme, sondern “Augen”.
Ich kann’s nicht mehr hören.
Zeit für eine kleine Geschichte des Marketing. Teil eins: klassisches, oder dummes Marketing. Das ist ein Auge:

Magst Du kaufen? Nein? Dann müssen mehr Augen her.

So, mehr Augen verkauft. Absatz passt noch nicht? Da hilft nur eins. Ganz viele Augen, ungefähr so:

So, und wenn die Augen nicht völlig resistent sind, habe ich meine Absatzziele zu einem hohen Preis erreicht: zehn Wochen lang die Zuschauer in der gleichen Sendung mit dem gleichen Spot berieseln hat was.
Teil 2: gutes dummes Marketing.
Ich kann die Qualität meiner Botschaft ein wenig erhöhen, und so gibt’s nicht nur Augen, sondern auch Gehirne.

Im Gehirn spielen sich Emotionen, Gedanken, Entscheidungen und viel mehr ab. Wenn ich genug Augen erreiche und die Gehirne dahinter positiv reize, habe ich mehr abgesetzt.
Ist aber immer noch ziemlich dumm, weil ich keine Ahnung habe wie das Gehirn denkt, was es wann tut und wieseo überhaupt es mein Produkt kauft. Wir sind ja noch beim Monolog des Werbetreibenden.
Teil 3: “Dialog”marketing
Klassisches Dialogmarketing hat nur indirekt etwas mit Dialog zu tun, denn ein Rückkanal mit vorbestimmtem Informationsfluss - zumeinst ein Warenkauf - ist keine echte Unterhaltung. Dennoch: Die Anforderungen an die Marketiers ist hier ungleich höher: Intelligente und emotionale Ansprache soll zu einem Sofortkauf animieren. Hier kommt also das nächste Organ hinzu:

Teil 4: Intelligentes Marketing
Intelligentes Marketing ist nichts anderes, als dass der Informationsfluss nicht mehr bilateral und klinisch kontrolliert ist, sondern es ist vielmehr eine allgemeine Diskussion. Darunter fällt auch Mundpropaganda.

Wichtig ist, dass hier das Produkt vielmehr in dem Mittelpunkt rückt und die Verpackung, also die Botschaft verdrängt. Menschen wollen über ein gutes Produkt reden, es erleben und auch anderen etwas davon erzählen, weil es wichtig ist.
Auch Kunden sind ein Medium, in dem Werbezeit gebucht werden kann; diese Werbezeit ist begrenzt und ziemlich subjektiv. Besser also, es wird über das Produkt geredet als über den tollen Spot, oder?
Produktanbieter sollten also in der Lage sein, diese Diskussion loszutreten, zu führen, zuzuhören und zu reagieren.
Fazit:
Jede Werbeform hat ihre Berechtigung. Die oben genannten Marketingformen werden weiter koexistieren, jedoch im Rahmen von Listenomics wird intelligentes Marketing stets an Bedeutung gewinnen. Und unternehmen müssen lernen, eine Diskussion zu führen. Bloß mit dem Auge geht das nicht.
Kommentare erwünscht!

Trackback von trndblog » Blog Archive » Neues Blog zu Consumer Empowerment.
[...] Marketing-Etagen der Unternehmen ankommt. Dort denkt man ja immer noch in der klassischen Augapfelkategorie. Aktuell kann man auf C [...]
von 7.dos
Jetzt versteh ich auch endlich mal, was es mit den Augen so auf sich hat
—> Fred
Trackback von trndblog » Blog Archive » Audi TV.
[...] “Wenn unsere TV-Spots schon immer weniger Leute erreichen, dann müssen wir einfach mehr Spots senden”, so mag mancher Mar [...]
Trackback von trndblog » Blog Archive » Neue Werbeflächen (Bankvertising).
[...] tising der letzte unentdeckte Schrei: Bankvertising! Der Kontoauszug: ein Eldorado für Augen. Warum muss hier ̶ [...]