Hat Film-, Funk- und Fernsehwerbung ausgedient?
“Hat FFF ausgedient?”, fragt Dolphi Untch auf dem Ogilvy-Blog und bezieht sich auf einen Artikel aus der Brand Eins, wahrscheinlich auf diesen hier.
Und obwohl wir auf trnd.com auch gerne mal über die verschiedenen Medien herziehen, sollte sich die Diskussion doch eher um die Inhalte drehen. Es sind nicht die Medien, die per se schlecht oder wirkungslos sind, sondern die Inhalte.

Beispiel TV:
Das Unternehmen erstellt mit seiner Agentur einen beliebigen TV-Spot, sucht sich eine Zielgruppe und ballert dieser den Spot möglichst penetrant um die Ohren. Je öfter, desto besser. Bis auch der letzte Depp die Werbebotschaft kapiert hat. Mir fällt dazu gerade Frédéric Beigbeders Neununddreissig neunzig ein (das ich allerdings nur bis zur Hälfte gelesen habe).
Frage:
Wieso nervt uns diese Werbung? Nur, weil sie unseren Spielfilm unterbricht? Bestimmt nicht. Jeder weiss, das er RTL und Co. nur dank Werbefinanzierung kostenlos empfangen kann. Was uns allerdings nervt: dass wir in 99% der TV-Werbung wie hirnlose Deppen und tumbe Konsumenten behandelt werden, die mit Reklamepsychologie ausgetrickst werden müssen.
Weitere Frage:
Wieso signalisieren TV-Spots von der ersten Sekunde an, dass jetzt langweilige, austauschbare Werbung folgt, die noch mindestens tausendmal wiederholt wird? Wer würde sich jeden Abend den gleichen Spielfilm ansehen? Immer wieder? Bei TV-Werbung lohnt sich das Hinsehen nicht – kommt sowieso in 15 Minuten wieder, und dann wieder und wieder.
Vorschlag:
Egal welches Medium: es ist durchaus möglich,
1. sein Gegenüber zu respektieren und auf gleicher Augenhöhe anzusprechen.
2. statt nicht bestellter Reklame relevanten Content zu bieten.
Warum gibt es keine TV-Werbespots, die als Fortsetzungsgeschichte oder kleine Episoden angelegt sind: 100 verschiedene Spots, so dass man den nächsten Werbeblock sehnsüchtig erwartet? Werbespots, die so unterhaltsam sind, dass sie im Internet von Fans gesammelt werden? Wann kommt die TV-Werbung, die das Thema des umgebenden Films konsequent aufgreift?
Conclusio:
Bullshitmarketing ist auch in der klassischen Werbung weit verbreitet.

von mcr42
Stimmt.
Selbst die besten Spots verlieren mit jeder Wiederholung.
Aber schlimmer noch als die Werbung zwischendurch (die man ja ausblenden kann), sind die in die Filme reingeblendeten “Hinweise” auf eigene Fan-Shops, eigene Programme, andere Filme (deren Zielgruppe man garantiert nicht ist) usw.
Am besten war die Star-Wars-Überblende bei Pro7, wo man jedesmal 5sec lang gar nichts vom Programm mehr gesehen hat.
von ozboss
@ .rob: toller post, danke!
denke die diskussion über FFF wird sich noch elend lang ziehen bis die werbefirmen mal drauf kommen uns wie intelligente lebensformen, nicht wie 3 jährige kinder zu behandeln…
schonmal abgesehen von etlichen wiederholungen…einfach nur sinnlos! ein guter clip bleibt schon beim ersten mal im gedächtnis und darum gehts ja.
sammlercharakter sollten werbeclips erhalten, nicht diesen “zapp-ruhig-weiter-den-clip-siehst-du-woanderst-sowieso”
FFF hat meiner meinung nach verloren, entweder ganz neue werbestrategie (mit den aufgelisteten eigenschaften) oder ganz weg…
von 7.dos
Also ich finde, dass das dreifache F noch nicht tot ist (hey, ich studier nicht umsonst Film
). Ich glaube zwar auch, dass die Überdosierung an Werbespots oder Audioclips im Radio dem Markt deutlich stärker schadet, als ihn zu beleben (siehe MTV vs JAMBA-Klingeltöne), aber interessante, lustige, stylische Spots, die nicht so oft gesendet werden oder die es in mehreren Ausführungen gibt schaue ich mir gerne an. Es wurde doch meines Wissens auch mal senderübergreifend diskutiert, ob die Werbeblocks nicht parallel geschaltet werden sollen, damit der Zuschauer gar nicht mehr auf die Idee kommt während der Sendung umzuschalten. Wenn ich ehrlich bin bräucht man das aber auch nicht zu machen. Ich schau mir lieber die Webung an als für 4 Minuten in ein anderes Thema einzutauchen. Nachher vergesse ich noch umzuschalten und dann hab ich nichts von dem, was ich eigentlich sehen wollte ganz gesehen. FFF wird auch weiterhin Zukunft haben und marktbestimmender (oder zumindest schneller) als Mundpropaganda sein. —> Fred